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Städte im Ruhrgebiet

Duisburg

Die einzige am Rhein gelegene Ruhrgebietsmetropole. Kaum zu glauben, dass Duisburgs Ursprünge bis in die Römerzeit des ersten Jahrhunderts n. Chr. zurückgehen und die Stadt später Kaiserpfalz war. Hier, an der Mündung der Ruhr in den Rhein, befindet sich der größte Binnenhafen Europas, "duisport". Neben Forschungsstandort mit der Universität Duisburg-Essen, die sich 2003 zusammengeschlossen haben, ist Duisburg noch immer das Zentrum der Stahlindustrie. Obwohl durch den Strukturwandel zahlreiche Jobs im Dienstleistungssektor geschaffen wurden, liegt die Arbeitslosenquote der Stadt immer weit über dem Landesdurchnitt (16,2 % im Sept. 2006). Ursache sind die radikalen Streichungen von Arbeitsplätzen im Steinkohle- und Stahlsektor seit den 60ern. Damit verbunden sind Abwanderung der Kaufkraft und Problemviertel mit hohem Migrationsanteil.
Duisburg versucht dem durch Ansiedelung von Logistik- und Mikrotechnologieunternehmen entgegenzuwirken und die Stadt mit neuen Projekten ("City Palais"-Einkaufszentrum) und der Neugestaltung des Innenhafens wieder attraktiver zu machen. Bekannte Unternehmen sind ThyssenKrupp, die Franz Haniel & Cie Holding und die König-Brauerei ("König-Pilsener"). Sehenswert in Duisburg sind der Duisbuger Zoo, der Hafen mit dem neuen Innenhafen und der Landschaftspark Duisburg-Nord.
www.duisburg.de

Essen

Ähnlich wie Duisburg hat auch Essen eine über 1000-jährige Geschichte. Gegründet um 845 als Stift, regierten Äbtissinnen bis ins 19. Jh. die Stadt. Typisch für die Ruhrgebietsstädte begannen auch Aufstieg und Wachstum von Essen mit der Industrialisierung. Der Abbau von Kohle und die Stahlproduktion prägten die Stadt bis in die späten 60er. Vor allem die Familie Krupp machte sich durch den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Gussstahlfabrik einen Namen. Das riesige Fabrikareal und die Schornsteine prägten das Essener Stadtbild für lange Zeit.
Der Strukturwandel ist auch hier unaufhaltsam, der Dienstleistungs- und Handelssektor gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Bürogebäude großer Konzerne wie RWE, Hochtief, E.on und Quelle-Karstadt geben Essen heute eine moderne Skyline. Mittlerweile ist Essen neben Dortmund die größte Stadt des Reviers. Zu guter Letzt kann sich Essen seit April Kulturhauptstadt Europas 2010 nennen. Dabei soll in Vertretung für das ganze Ruhrgebiet die Bedeutung der Kultur für den Strukturwandel einer Region vor Augen geführt werden.
Unbedingt gesehen haben sollte man die Zeche Zollverein, Weltkulturerbe der UNESCO. Villa Hügel, Museum Folkwang und der Baldeneysee sind weitere beliebte Touristenziele.
www.essen.de

Bochum

Bochum war in seiner Geschichte in vielen Dingen Vorreiter. Um 800 wurde durch den Bau eines Reichshof an zwei wichtigen Handelsstraßen durch Karl den Großen der Grundstein für die spätere Stadt Bochum gelegt. Schon im 14. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet um Bochum Steinkohle abgebaut. 1801 wird hier die erste Dampfmaschine im Ruhrkohlenbergbau eingesetzt, mit deren Hilfe der erste Tiefbauschacht Deutschlands gebaut wurde. 1890 wurde das erste Unfallkrankenhaus der Welt eröffnet, außerdem hatte Bochum als erste Stadt im Ruhrgebiet eine Universität (1965), und seit 1988 mit Starlight Express das erste Musical, das dreimal im Guiness Buch der Rekorde steht.
Bekannt ist die Stadt darüber hinaus durch den Ruhrpark, neben dem CentrO in Oberhausen eines der größten Einkaufszentren in Deutschland, dem zweitgrößten Produktionsstandort der Firma Opel und natürlich durch Herbert Grönemeyer, der hier aufgewachsen ist und seine Heimat mit dem Album "4630 Bochum" würdigte. Heute hat Bochum ca. 385 000 Einwohner, Konzerne wie BP, Nokia, Faber Lotto und QVC haben hier ihren Sitz. Besuchen sollte man in Bochum das Deutsche Bergbaumuseum, die Jahhrunderthalle und das berüchtigte Bermuda-Dreieck, das Bar- und Kneipenzentrum der Stadt.
www.bochum.de

Dortmund

Auch Dortmund kann seine Vergangenhiet als Schwerindustriezentrum nicht leugnen: wie überall im Ruhrgebiet hatten hier Zechen, Kokereien und Hochöfen ihren Standort und versorgten Deutschland, Europa und die ganze Welt mit Kohle, Koks und Stahl. Doch das Bild wandelt sich: Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie moderne IT-Unternehmen haben sich angesiedelt, Technologiefirmen arbeiten in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen der Universität Dortmund.
Der Ruf Dortmunds als Bierstadt wurde durch das im 13. Jahrhundert verliehene Braurecht begründet. Heute können sich aufgrund der Marktkonzentration nur noch wenige Dortmunder Biermarken etablieren, das helle Dortmunder Exportbier ist und bleibt jedoch eine Traditionsmarke. Obwohl Dortmund Standort vieler Großunternehmen wie RWE, Deutsche Telekom, HP und DHL ist, liegt die Arbeitslosenquote seit Jahren sehr hoch, ein Zeichen dafür, dass der Strukturwandel noch nicht vollständig geglückt ist.
Die Kokerei Hansa und die Zeche Zollern sind Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Dortmundbesuch einplanen sollte. Als Wahrzeichen Dortmunds gilt neben dem "U" der ehemaligen Union-Brauerei der Florianturm.
www.dortmund.de

Oberhausen

Oberhausen liegt im westlichen Teil des Ruhrgebiets und hat ungefähr 218 000 Einwohner, gehört damit zu den "kleinen Großstädten" des Ruhrgebiets. Zudem ist es eine relativ junge Stadt, erst 1874 erhielt die Ortschaft die Stadtrechte. Doch die erste moderne Eisenschmelze des Ruhrgebiets, die St. Anthony-Hütte, wurde schon 1758 im heutigen Ortsteil Osterfeld gebaut. Heute verbindet man mit Oberhausen zuerst das CentrO, eines der größten Einkaufszentren Deutschlands.
Doch auch kulturell steht die Stadt den anderen in nichts nach: die Kurzfilmtage und die Ludwig Galerie im Schloß Oberhausen sind überregional bekannt. Bewohner und Touristen finden außerdem besonderen Gefallen am vielen Grün im Stadtgebiet, 1/3 sind Wald- oder Parkflächen. Besucht man die Stadt, lohnen sich ein Abstecher zum Gasometer, ins Sealife oder zur Marina Oberhausen, ein neuer Freizeit- und Sportboothafen. Shoppingbegeisterte werden Oberhausen in erster Linie wegen des CentrO anfahren.
www.oberhausen.de

Gelsenkirchen

Gelsenkirchen wird durch seine Mittellage auch "Herz des Ruhrgebiets" genannt. Obwohl im Mittelalter mehrmals urkundlich erwähnt, war das Gebiet bis zur Industrialisierung eine spärlich besiedelte Agrarlandschaft. Doch die Entdeckung von Kohlevorkommen und die Entwicklung der Montanindustrie machte Gelsenkirchen zu einer der bedeutensten Kohlestädte Europas und aufgrund der Flammen, die beim Abfackeln von Grubengas entstanden, bald zur "Stadt der tausend Feuer". Genau wie alle anderen Ruhrgebietsstädte litt aber auch Gelsenkirchen spätestens in den 60ern unter der einseitigen Wirtschaftsstruktur, als immer mehr Zechen schließen mussten.
Mittlerweile hat die Stadt sich einen Namen als Standort zahlreicher Solarunternehmen gemacht. Der 1904 gegründete Traditionsverein Schalke 04, der seinen Namen vom Stadtteil Schalke hat, machte Gelsenkirchen auch international bekannt. Gespielt wird in der Veltins-Arena, eines der modernsten Stadien der Welt. Sehenswert in Gelsenkirchen ist vor allem die ZOOM-Erlebniswelt, der Nordsternpark ist ein beliebtes Ziel für Familien und Freizeitaktive.
www.gelsenkirchen.de

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