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Arbeitersiedlungen

Um einen Eindruck von den Lebens- und Arbeitsumständen der Menschen im "Revier" zu bekommen, lohnt ein Besuch in einer der zahlreichen Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet. Die meisten davon sind liebevoll restauriert und vermitteln einen Einblick in die "private Seite" der Industriegeschichte im Ruhrgebiet.

Siedlung Eisenheim Oberhausen

Die 1846 von von der Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel und Huyssen gegründete Kolonie ist die älteste Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet. Hier fanden erst Arbeiter im Hüttenwesen, später Bergbaukumpels eine Wohnung. Bekannt wurde Eisenheim durch die Proteste einer Bürgerinitiative, die sich erfolgreich gegen den Abriss der Häuser stellte. Heute präsentiert sich dem Besucher eine malerische Siedlung mit Backsteindoppelhäusern und liebevoll angelegten Gärten. Im ehemaligen Waschhaus in der Berliner Straße 10a befindet sich ein Museum, das die Geschichte der Siedlung dokumentiert.
Wesselkampstraße, Fuldastraße, Werrastraße, Eisenheimer Straße, Berliner Straße; Oberhausen-Osterfeld, Haltestelle Eisenheim

Magarethenhöhe Essen

Eine der schönsten Kolonien im Ruhrgebiet ist die 1906 mit Hilfe der Stiftung von Margarethe Krupp gegründete Siedlung Margarethenhöhe. Im Stil einer Gartenstadt angelegt, widerlegt sie mit ihren kleinen Vorgärten, Gassen und malerischen Giebelhäusern das Vorurteil der grauen, hässlichen Arbeitersiedlung. Die Margarethenhöhe ist eine in sich geschlossene Siedlung mit einem eigenem Markt als Mittelpunkt, der von dem pittoresken "Hotel Margarethenhöhe" begrenzt wird. Der schönste Teil befindet sich in der Steilen Straße hinter dem Torbogenhaus. Hier sind die Häuser besonders prächtig mit Sprossenfenstern und -türen, Walmdächern, Fensterläden und Holzverzierungen verziert. Besonders im Sommer, wenn sich in den Vorgärten eine Blumenpracht entfaltet, kann sich niemand dem Charme der Siedlung entziehen.
Steile Straße (Hauptzugang), Kleiner Markt, Laubenweg;
Essen-Margarethenhöhe, Haltestelle Laubenweg oder Margarethenhöhe


Alte Kolonie Eving Dortmund

Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Kolonie von der Zeche "Vereinigte Stein und Hardenberg" für ihre Arbeiter gebaut. Das Besondere an dieser Siedlung: die Eintönigkeit der bis dahin herrschenden Bauweise in Arbeitersiedlungen wurde durchbrochen durch verschiedene Stile, Grundrisse und Baumaterialien. Kaum eines der in acht Stilen errichteten Backstein-, Fachwerk- oder verputzten Häuser gleicht sich. Da die Kolonie vor allem Arbeiter aus Preußen aufnehmen sollte, wurden die Häuser mit Gärten und Ställen geplant, da dies die Integration der Arbeiter fördern sollte.
Friesenstraße, Körnerstraße, Nollendorfplatz;
Dortmund-Eving, Haltestelle Amtsstraße oder Friesenstraße


Gartenstadt Welheim Bottrop

Typisch für die Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet war auch diese im Zuge der Eröffnung der Zeche "Vereinigte Welheim" gebaut worden. Zwischen 1914 und 1923 entstanden 650 Wohnungen, in den bis zu 2700 Menschen lebten. Damit ist sie eine der größten Siedlungen des Ruhrgebiets. Doch nicht nur die Größe macht die Kolonie aus, sondern vor allem der Variantenreichtum der Häuser. Häusergruppen in bis zu 40 Stilen, in beige gestrichen und mit roten Dächern gedeckt, sind in eine weitläufige Gartenlandschaft eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg durch die Lage inmitten von Industriebetrieben großflächig zerstört, wurden sie wieder aufgebaut und die anfangs nur 35 qm großen Wohnungen später zusammengelegt und modernisiert.
Welheimer Straße, Flöttestraße;
Bottrop-Welheim, Haltestelle Mathias-Stinnes-Platz oder Flöttestraße

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